SPD

Das Gedächtnis der deutschen Außenpolitik

Einblick in das Politische Archiv des Auswärtigen Amtes

19.05.2018
Der Élysee-Vertrag als Zeichen der engen Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland

Auf 26 laufenden Kilometern sind im Auswärtigen Amt Dokumente, Verträge und Fotografien archiviert. Die Sammlung des Politischen Archivs spiegelt die bewegte Geschichte der deutschen Außenpolitik von der Weimarer Republik über das NS-Regime und die DDR bis hin zur Bundesrepublik Deutschland wider. Ein besonderer Ort deutscher Zeitgeschichte. 

Ursprünglich 1920 gegründet, um sich nach dem 1. Weltkrieg mit der so genannten "Kriegsschuldfrage" auseinanderzusetzen, wird das Archiv heute in erster Linie für die tägliche Arbeit in Ämtern und Ministerien genutzt. Ab und an kommt beispielsweise aus dem Ministerbüro die Frage, ob man bestimmte historische Dokumente und Verträge mit auf Auslandsreisen nehmen könne. Im Lesesaal des Archivs haben Studenten die Möglichkeit in einem Teil der Bestände zu recherchieren. 

Mehr zu Geschichte des Politischen Archivs.

Auf dem Weg ins Archiv...

Ich bin Elke von Boeselager, der Leiterin des Archivs, sehr dankbar, dass sie mir den Besuch dort ermöglicht hat. Ein ganz besonderes Gefühl war es, den Élysée-Vertrag einmal im Original zu sehen. Der Vertrag, der mit Inkrafttreten 1963 einen Schlussstrich unter die von Krieg und Feindschaft geprägten Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland zog, begründete die enge Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern und ist damit eines der wichtigsten Dokumente des Archivs. 

Historisch mindestens genauso bedeutend ist der Zwei-plus-Vier-Vertrag, dem im Auswärtigen Amt im Original ausgestellt ist. Mit dessen Unterzeichnung 1990 wurde endgültig die innere und äußere Souveränität des wiedervereinten Deutschlands hergestellt. Neben den beiden deutschen Staaten waren daran auch die vier Siegermächte, USA, Russland, Frankreich und Großbritannien, beteiligt. 

Der Zwei.plus-Vier-Vertrag als eines der wichtigsten zeithistorischen Dokumente

Es ist wichtig, dass Archive wie das im Auswärtigen Amt auch in Zukunft ausreichend finanziert werden. Als "Gedächtnis der deutschen Außenpolitik" ist das Politische Archiv nicht nur für die Forschung sondern auch für die Bürgerinnen und Bürger eine glaubwürdige Informationsquelle. Archive können zur Stärkung der Demokratie beitragen und besonders in Deutschland wissen wir, wie wichtig die Aufarbeitung der Vergangenheit ist.

--> Eine Bilder-Tour durch das Archiv.

 

Einblicke in meine Arbeit in Berlin und Eimsbüttel:

 

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