SPD

Sitzungswochen

Als direkt gewählter Abgeordneter aus Hamburg-Eimsbüttel bin ich 22 Wochen pro Jahr für die Sitzungen des Deutschen Bundestages in Berlin. Aber was passiert eigentlich alles während einer solchen Sitzungswoche? Hier ein Beispiel aus einer typischen Woche:
 

Montag

Meist reise ich schon am Sonntagabend, spätestens aber am Montagmorgen nach Berlin. Dort beginnt die Sitzungswoche für mich um 9 Uhr mit der Besprechung mit meinem Team in meinem Büro im Otto-Wels-Haus. Wir gehen die anstehenden Termine der Woche durch und besprechen, welche Themen besonders relevant für meine Wahlkreis Eimsbüttel sind.

Um 10 Uhr kommen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Außenpolitik hinzu. Gemeinsam gehen wir die Termine durch, die ich als außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion wahrzunehmen habe.

Im Anschluss fahre ich zur Sitzung des SPD-Parteivorstandes ins Willy-Brandt-Haus. Hier diskutieren und definieren wir Standpunkte und Lösungsansätze der SPD zu aktuellen politischen Themen.

Um 16 Uhr leite ich die Sitzung einer Studiengruppe der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Gemeinsam mit Referenten aus politischen Stiftungen, Think Tanks und Ministerien behandeln wir aktuelle Themen der Außen- und Sicherheitspolitik.

Zum Abschluss des Tages geht es zurück in mein Büro, wo ich mich mit den von meinem Team zusammengestellten Unterlagen auf meine Termine am kommenden Tag vorbereite, die Fragen von Journalisten beantworte und auf die Bürgeranfragen aus meinem Wahlkreis reagiere.
 

Dienstag

Am Dienstagmorgen eröffne ich um 9 Uhr die Sitzung der Arbeitsgruppe Außenpolitik. Hier beraten alle Außenpolitiker der SPD-Bundestagsfraktion über den gemeinsamen Kurs bei den anstehenden Tagesordnungspunkten in Ausschuss und Plenum.

Anschließend treffe ich eine Gruppe von Studierenden und diskutiere mit ihnen über meine Arbeit und aktuelle außenpolitische Themen.

Der Dienstagnachmittag ist fest strukturiert: Um 12 Uhr Besprechung der Arbeitsgruppenvorsitzenden bei unserer Parlamentarischen Geschäftsführerin, Christine Lambrecht; um 13 Uhr Mittagstisch der Parlamentarischen Linken; um 15 Uhr schließlich unsere Fraktionssitzung, die nicht selten bis 18 Uhr dauert.

Abends hat mich die SPD aus Berlin-Mitte als Referent eingeladen, um über die aktuellen außenpolitischen Herausforderungen zu berichten.
 

Mittwoch

Um 8.00 Uhr treffe ich mich mit allen Obleuten des Auswärtigen Ausschusses zur Besprechung organisatorischer Fragen. Daran schließt sich ab 9 Uhr die Sitzung des Auswärtigen Ausschusses an.

Wenn möglich, gehe ich mittags mit meinem Team essen. Das ist immer eine schöne Gelegenheit, sich etwas entspannter auszutauschen – auch jenseits der politischen Arbeit. Leider ist das gemeinsame Mittagessen nicht immer mit meinem Kalender in Einklang zu bringen.

Mittwochnachmittag beginnt das Plenum des Deutschen Bundestages mit einer Fragestunde an die Bundesregierung. Später empfange ich eine Schulklasse aus meinem Wahlkreis Eimsbüttel. Ich berichte von meiner Arbeit in Berlin und stehe den Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort.

Bevor ich abends an einer Podiumsdiskussion der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) zu Deutschlands Rolle in der Welt teilnehme, geht es schnell noch einmal ins Büro, um Termin- und Bürgeranfragen zu beantworten.
 

Donnerstag

Heute pendele ich zwischen Plenum, Büro und Terminen außerhalb des Bundestages, wie zum Beispiel einem Vortrag in der Friedrich-Ebert-Stiftung. Der Tag beginnt um 7.30 Uhr mit einem „parlamentarischen Frühstück“ zum Thema „Cybersecurity“.

In meinem Büro erwartet mich schon die neue Botschafterin eines lateinamerikanischen Landes, um sich vorzustellen. Es ist wichtig, stets im Gespräch zu bleiben, um das Handeln anderer Staaten nachvollziehen zu können. Im Anschluss habe ich einen Termin mit Vertretern einer NGO, die im Bereich der Krisen- und Konfliktprävention tätig ist.

Mittags telefoniere ich mit meinem Wahlkreisbüro in Eimsbüttel. Wir klären die dringendsten Fragen, die nicht bis zu meiner Rückkehr in der kommenden Woche warten können.

Der Nachmittag beginnt mit einem Gespräch der deutsch-südasiatischen Parlamentariergruppe über die Menschenrechtssituation in Bangladesch. Anschließend begebe ich mich in den Plenarsaal, wo heute unter anderem über die Mandatierung einer Beteiligung der Bundeswehr an einer Friedensmission der Vereinten Nationen abgestimmt wird. Nicht selten endet das Plenum erst gegen 23 Uhr.
 

Freitag

Der Vorstand der Parlamentarischen Linken trifft sich um 8.00 Uhr zu einem Arbeitsfrühstück.

Auch am Freitag bin ich bei den Tagesordnungspunkten, die meinen Arbeitsbereich betreffen, im Plenum anwesend, das um 9 Uhr beginnt.

Heute besichtigen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Besuchergruppe aus Eimsbüttel das Reichstagsgebäude. Selbstverständlich lasse ich es mir nicht nehmen, sie persönlich zu begrüßen, ihnen von meiner Arbeit zu berichten und zu aktuellen Themen Position zu beziehen. Nach einem Erinnerungsfoto kehre ich zurück ins Plenum.

Sobald die Arbeit dort für mich beendet ist, gehe ich zu einer letzten kurzen Besprechung in mein Büro. Anschließend fahre ich mit dem ICE in Richtung Heimat, wo ich abends an einem Neumitgliederabend der SPD Eimsbüttel teilnehme.
 

Und wenn die Sitzungswoche vorbei ist, erwarten mich am Wochenende bereits mehrere Termine wie Infostände, Empfänge von Vereinen oder politische Frühschoppen in meinem Wahlkreis Eimsbüttel. Häufig stehen auch Auslandsmandatsreisen auf dem Programm oder ich bin als Referent in andere Regionen Deutschlands eingeladen.