SPD

Vitali Klitschko erhält den Preis der Deutschen Gesellschaft e.V. 2023

Als Co-Vorsitzender durfte den Kiewer Bürgermeister auszeichnen

09.11.2023
Der Moment der Verleihung des Preises der Deutschen Gesellschaft an den diesjährigen Preisträger, Dr. Vitali Klitschko. (v.l.n.r.: Meine Co-Vorsitzenden, Dr. Sabine Bergmann-Pohl, ich, unser Erster Bürgermeister Peter Tschentscher, Preisträger Vitali Klitschko.)

Es ist ein jährliches Highlight der Tätigkeiten der Deutschen Gesellschaft e.V. und so natürlich auch für mich als Co-Vorsitzender: Die Verleihung des Preises für Verdienste um die deutsche und europäische Verständigung. 2005 wurde dieser von unserem Verein ins Leben gerufen, um Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für das Ziel der innerdeutschen bzw. der europäischen Verständigung engagieren und verdient gemacht haben, zu ehren. Zu den Preisträger:innen der letzten Jahre gehören großer Europäer:innen wie Jean-Claude Juncker, Angela Merkel oder Richard von Weizsäcker.

Applaus für Preisträger Vitali Klitschko. „Sein langjähriger und unermüdlicher Einsatz für eine freie, demokratische und europäische Ukraine hat einen großen Unterschied für sein Land gemacht." (aus meiner Rede)

Auch in diesem Jahr ging unser Preis an einen großen Demokraten und Europäer: Vitali Klitschko. Es ist sein langjähriger und unermüdlicher Einsatz für eine freie, demokratische und europäische Ukraine, für den wir den heutigen Bürgermeister der Stadt Kiew ausgezeichnet haben. Schon seit sehr vielen Jahren engagiert sich der ehemalige Weltklasse-Boxer politisch in der Ukraine. Im Herbst 2004 war er ein Unterstützer der Orangenen Revolution. Zehn Jahre später spielte er eine wichtige Rolle bei den Euromaidan-Protesten. Seit 2014 ist er der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt. Es verdient größten Respekt, mit welcher Kraft er sich in dieser Funktion gerade im Angesicht des russischen Angriffskrieges für seine Mitmenschen einsetzt. Das macht ihn zu einem bestens bekannten Gesicht des ukrainischen Freiheitskampfes und einem Vorbild für die demokratische Welt.

Laudator Peter Tschentscher: „Als Vorkämpfer und Vorbild macht Vitali Klitschko den Menschen in der Ukraine, in Deutschland, in ganz Europa Mut, für Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit in einem gemeinsamen Europa einzustehen. Dafür erhält er heute den Preis der Deutschen Gesellschaft e. V. und steht in einer Reihe mit großen Europäerinnen und Europäern wie Jean-Claude Juncker, Angela Merkel oder Richard von Weizsäcker."

In Hamburg ist uns Vitali Klitschko und auch sein Bruder Wladimir besonders gut bekannt. Über mehrere Jahre haben sie hier um die Jahrtausendwende gewohnt. Und noch immer sind sie der Stadt persönlich eng verbunden. Es ist ein starkes Zeichen, dass unsere beiden Städte – Kiew und Hamburg – in den vergangenen Monaten des russischen Angriffskrieges mit ihrer Strategischen Partnerschaft noch enger zusammengerückt sind. Vor diesem Hintergrund hätte es keine bessere Besetzung für die Aufgabe des Laudators gegeben als unseren Ersten Bürgermeister. Treffend hat Peter Tschentscher Vitali Klitschko in seiner Rede als Vorbild und Vorkämpfer gewürdigt, der den Menschen in der Ukraine, in Deutschland, in ganz Europa Mut macht, für Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit in einem gemeinsamen Europa einzustehen.

Preisträger Vitali Klitschko in seiner Rede: „Ich weiß, wie prestigeträchtig diese Auszeichnung ist. Und es ist eine große Ehre für mich, sie zu erhalten. Ich betrachte diese Auszeichnung in erster Linie als Ausdruck des Respekts und der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine, die seit fast 1 Jahr und 9 Monaten mutig die russische Invasion abwehren.“

In seiner starken und bewegenden Erwiderung dankte Vitali Klitschko für die Auszeichnung, die er, wie er sagte, als Ausdruck der „Solidarität mit den Menschen in der Ukraine, die seit mehr als 20 Monaten und um den Preis unvorstellbaren Leids mutig die russische Invasion abwehren“ betrachtet. Auch weiterhin, so unterstrich Vitali Klitschko in seiner Rede, brauche es gemeinsame Anstrengungen der Ukraine und ihrer Verbündeten und Partner. „Jeder ‚Kompromiss‘ mit Russland auf Kosten der Interessen der Ukraine, jedes ‚Einfrieren‘ des Konflikts und die Lockerung der Sanktionen gegen Russland“ würde „Putin eine Pause verschaffen, die er braucht, um seine Aggression gegen die Ukraine und dann gegen die NATO- und EU-Länder fortzusetzen.“ Die Ukraine, das machte Vitali Klitschko deutlich, ist der deutschen Bevölkerung und der deutschen Regierung für die Hilfe sehr dankbar. Wichtig ist – auch das strich er in seiner Rede berechtigterweise heraus –, dass diese Hilfe nachhaltig fortgesetzt wird.

Bei meiner Rede als Co-Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft: „Es ist Ihr langjähriger und unermüdlicher Einsatz für eine freie, demokratische und europäische Ukraine, für welchen wir Ihnen als Deutsche Gesellschaft heute – und es ist uns eine Ehre – unseren Preis für die Verdienste um die europäische Verständigung verleihen möchten.“

In meiner Rede habe ich unterstrichen, dass Deutschland fest an der Seite der Ukraine steht. Seit dem russischen Überfall am 24. Februar 2022 haben wir bereits Hilfen im Gesamtwert von rund 24 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt – in Form von Waffen und direkten Zahlungen sowie humanitärer Unterstützung und im Rahmen unserer Entwicklungszusammenarbeit. Diese Unterstützung für die Ukraine werden wir so lange fortsetzen, wie es nötig ist. Und wie wir das in den letzten Wochen gemeinsam mit unseren Partnern gezeigt haben, gilt das gerade auch dann, wenn ein anderer Konflikt aufflammt und ebenso unsere Aufmerksamkeit verlangt, wie gegenwärtig im Nahen Osten, nach den brutalen und terroristischen Angriffen der Hamas. Wir weichen nicht von der Seite der Ukraine.