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Erklärung zur Stärkung der kooperativen Sicherheitspolitik zwischen Russland und den NATO-StaatenZwischen der NATO und Russland ist es in letzter Zeit vermehrt zu Spannungen gekommen. Diese Spannunegn könnten zukünftig die sicherheitspolitische Kooperation und wechselseitige militärische Zurückhaltung in Europa gefährden. Im Vorfeld des NATO-Gipfels in Bukarest habe ich deshalb zusammen mit Wissenschaftlern und anderen Abgeordentenkollegen aus dem Bundestag folgende Erklärung unterzeichnet: Erklärung zur Stärkung der kooperativen Sicherheitspolitik zwischen Russland und den NATO-StaatenDie Zukunft der konventionellen Rüstungskontrolle in Europa ist ungewiss. Russland hat seit dem 12. Dezember 2007 den Vertrag über konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) suspendiert. Dabei geht es nicht nur um das KSE-Regime als solches, sondern um die Zukunft kooperativer Sicher¬heitspolitik in Europa. Das Verhältnis zwischen den USA und der NATO einerseits und Russland andererseits hat sich verschlechtert und bedarf einer Neuordnung, die im Zeitalter der Globalisierung über Europa hinausweisen würde. Ein neuer Anfang zwischen Russland und dem Westen wäre auch ein Zeichen dafür, dass die USA und das westliche Bündnis zu einer kooperativeren Sicherheitspolitik zurückkehren und Rüstungskontrolle wieder als wichtiges Steuerungsinstrument anerkennen würden. 1. Die fortgesetzte Erweiterung der NATO 2. Die Vorverlegung amerikanischer Truppen nach Bulgarien und Rumänien 3. Die Stationierung strategischer Raketenabwehrsysteme in Polen und Tschechien 4. Die Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo 5. Die ausstehende Ratifizierung des 1999 unterzeichneten angepassten KSE-Vertrags (AKSE) Angesichts dieser Häufung von überwiegend den Status-quo verändernden Entwicklungen fühlt sich das stärker werdende Russland benachteiligt und provoziert. Es drängt deshalb auch mit der Suspendierung des KSE-Vertrags die westlichen Staaten zu einer Korrektur und verlangt die schnelle Inkraftsetzung des AKSE-Vertrags. Präsident Putin will klären, ob die USA und die NATO zusammen mit Russland das System militärischer Zurückhaltung in Europa erhalten oder aufkündigen wollen. Dabei geht es angesichts der geplanten Stationierung amerikanischer Raketenabwehrsysteme in Europa nicht mehr nur um regionale, sondern auch um strategische Stabilität im Verhältnis zu den USA, zumal diese Abwehrsysteme strategische Aufgaben für die europäische und amerikanische Sicherheit erfüllen sollen. Angesichts der Schwäche der Rüstungskontrollbefürworter in der US-Regierung und in Russland sowie der Gespaltenheit der europäischen Staaten sind die Aussichten für einen Kompromiss nicht günstig. Daher setzen viele darauf, die Regelung der anstehenden Probleme der nächsten US-Regie¬rung zu übertragen. Das hat aber nur dann eine Chance, wenn es gelingt, einer weiteren Verschärfung des Konflikts vorzubeugen. Deshalb bitten wir die Bundesregierung, auf dem kommenden NATO-Gipfeltreffen im April 2008 die drei folgenden Positionen einzunehmen: 1. Keine Zustimmung zum Membership Action Plan (MAP) für Georgien und die Ukraine, solange dies den Konflikt zwischen Russland und der NATO verschärft. 2. Keine endgültige Entscheidung über die Integration des US-Raketenabwehrpro¬gramms in das NATO-Raketenabwehrprogramm. 3. Umgehende Ratifizierung und Inkraftsetzung des AKSE-Vertrags. Wenn das KSE-Regime scheitert, wird die Berechenbarkeit in der europäischen Sicherheits-politik abnehmen, das Misstrauen weiter wachsen und die sicherheitspolitische Kooperation schwinden. Die Bedeutung von Nuklearwaffen würde wieder steigen. Schließlich würde die Gefahr einer militärischen Regelung der ungelösten Konflikte in Moldau und im Südkaukasus zunehmen. Dr. Hans-Joachim Schmidt, Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung (HSFK)
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